„Glüh-Birne“ – zur Schreibeinladung für die Textwochen 37.38.20

Da sind sie ja endlich wieder, die normalen ABC-Etüden! Christiane hat dazu eingeladen: Schreibeinladung für die Textwochen 37.38.20 | Wortspende von Ludwig Zeidler | Irgendwas ist immer, und die Wörter für die Textwochen 37/38 des Schreibjahres 2020 kommen von Ludwig Zeidler, dem Etüdenerfinder: Idee + engelhaft + vergraben sind in einem Text mit maximal 300 Wörtern unterzubringen, wobei Erklärungen und die Überschrift nicht mitgezählt werden.
Von den beiden durch Christiane angebotenen Bildern zur Etüde habe ich mich natürlich für das entschieden, dem ich die Inspiration für meine kleine Etüde verdanke – das mit der „Glüh-Birne“:

https://61qgmg.am.files.1drv.com/y4moH3bLg0Mu8XFRir3lKfFPBRjFTKYXOhLjl9OqXgvQ3q6kiQltLCEYQgXBfMbZ_cZZLZEfdzHRoR2eAQB0mn-QcKsAWi-nAUo6GKekGXPu7MnMcYxTgU81YRIsrLYpSfw7hGBXHOAm7_nCu5lAz0_1AducGveiR07paTQQa59prVVPqdqsWor6CQkOuGPEmulijvR3HMGHKIhXHVM16mhuw?width=440&height=293&cropmode=none

Kuchenbüffet mit Glüh-Birne

Für das zweite Etüdensommerpausenintermezzo schrieb ich im August eine Alphabet-Etüde, die von Kuchenbüffets auf dem Dorf erzählte, wie sie als Nachklapp von Hochzeiten, Beerdigungen und ähnlichen Anlässen üblich waren und oft noch sind.
An der Idee werkelte ich, bis mir die Birne glühte, doch vergrub ich die Etüde unfertig im Ordner, unterliess es, weiter von den Einladungen zu Kaffee, Kuchen, Torte und Likör zu schreiben, die nur für die Frauen im Dorf galt, auch diejenigen, die bei der eigentlichen Feier nicht dabei waren.
Dabei bildeten sich Gemeinschaften, die Torten- und Kuchenstückchen miteinander teilten, um wirklich alles probieren zu können: hiervon ein halbes Stück, davon ein Drittel oder nur ein Viertelchen.
Nur Kaffeetassen und Gläschen mit Hochprozentigem wurden ungeteilt geleert. Dabei beäugte man und zählte, welche und wieviele Kuchen und Torten aufgetischt waren.
Traditionell gehörten „Plattenkuchen“ dazu: Butterkuchen, auch Zuckerkuchen genannt, Streuselkuchen und ungefüllter Bienenstich – Blechkuchen waren ein Muss. Saisonal kamen Apfel- und Pflaumenkuchen dazu, bei uns auf dickem Hefeteig-Boden üblich, nicht süddeutsch-dünn wie beim Zwetschgendatschi.
Weil es nun nicht mehr auf ein Alphabet ankommt, kann ich die lange Geschichte kurz fassen, und die lange Aufzählung der beliebtesten Torten, wie Quarksahne mit Erdbeeren im Sommer und Dosenmandarinen im Winter, oder Schwarzwälderkirsch mit Butterkrem darin sowie die Verneinungen der Sorten, die nicht aufgetischt wurden, mit denen aber das Alphabet aufgefüllt werden konnte, beiseitelassen. Es ist zwar schade um die Erwähnung der ‚Xylophon-Torte‘, wie sich das Löffelbiskuit-Ding nennt, oder die Ybbser Stangerl, die wohl nur in Österreich bekannt sind, aber der Trick muss ja nun nicht mehr sein, gilt es diesmal doch wieder, sich kurz zu fassen, um den Rahmen von 300 Wörtern nicht zu sprengen … Hier könnten jetzt verschiedene Smilies angefügt werden, beispielsweise das mit der coolen Sonnenbrille, das zwinkernde oder auch das engelhafte Emoji, und natürlich die Glühbirne.

(300 Wörter)

20 Gedanken zu “„Glüh-Birne“ – zur Schreibeinladung für die Textwochen 37.38.20

    • Nein, das gehört normalerweise nicht dazu. Es ist nur eine „kleine“ Kaffeegesellschaft nach den eigentlichen Feiern. Niemand bekommt dabei etwas vorgelegt. Wem das zu viel Süsses ist, kann vorher satt kommen, sich auf den Kaffee beschränken und nachher zuhause sein Brot essen.

      Gefällt 2 Personen

        • Nicht zahlenmässig klein. Das hat etwas mit Rang und Ausmass der Veranstaltung zu tun.
          Zu einer Hochzeit, Beerdingung, Taufe oder Konfirmation ist bei uns am Tag der Festlichkeit ein etwas kleinerer, ausdrücklich eingeladener Teil an Gästen den ganzen Tag ab der Kirche zu Gast, vorwiegend Verwandtschaft und Freunde, aber nicht die Nachbarn, nicht das ganze Dorf.
          Das Kaffeetrinken der Frauen war diesbezüglich eine offene Gesellschaft für alle, die in irgendeiner Weise Anteil genommen haben, etwas geschickt haben, einige Tage später, vertreten durch den weiblichen, erwachsenen Teil der Familie. Ich schätze, es hat seinen Ursprung im Dank für die solidarische Unterstützung, die Karten und Geschenke der Familien, der zwar auch mit Aufwand verbunden ist, aber bei weitem nicht so hohe Kosten verursacht, wie alle zum Hauptfest einzuladen. Das sind einfach zwei völlig verschiedene Dinge.

          Es geht nicht darum, dass du magst, was es gibt, es geht um gegenseitige Würdigung von Aufmerksameit. Nicht dabei zu sein zu wollen bedeutet eine Absage an die Dorf-Gemeinschaft.

          Gefällt 3 Personen

  1. Oh, das hört sich nach Spaß an. … Und einer ganzen Menge Klatsch und Tratsch, die da mit den Kuchen herumgereicht wurde. Da möchte ich kein Außenseiter gewesen sein; aber gerne mal Mäuschen, einfach um die vielen Geschichten, die da erzählt wurden, abzufangen.

    Gefällt 1 Person

  2. Ist noch was von der Quarksahne da? Ich nehme/nähme sonst auch was von dem Butterkuchen …
    Ich kenne derartige Veranstaltungen auch zu gut, Landleben halt. Da weiß man nicht, ob man weinen oder lachen soll/darf – aber die Kuchen sind oft richtig gut …
    Liebe Grüße
    Christiane ☕🍰🥧🍪👍

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.