Das gewisse Etwas – zur Schreibeinladung für die Textwochen 12.13.21

Zur > Schreibeinladung für die Textwochen 12.13.21 | Wortspende von puzzleblume | Irgendwas ist immer kommt meine allererste Wortspende zum Einsatz – ich freue mich!
Christiane hat zu den drei Wörtern für die Textwochen 12/13 des Schreibjahres 2021 Dackelfalten
fruchtig
scheppern
zwei hinreissende Bilder gestaltet, von denen ich mir zunächst den Dackel ausgesucht habe. Regelgemäss sind die Begriffe in höchstens 300 Wörtern zu verbauen, ohne Inhaltshinweise und Überschrift mitzuzählen.

Das gewisse Etwas

Am Freitagabend trafen sich die Freundinnen zur Krisensitzung – höchste Zeit, noch vor Frühlingsbeginn an Nikis Problem zu arbeiten, den richtigen Partner zu finden, oder besser, nicht immer am falschen Mann hängen zu bleiben. Eine tiefere Analyse musste her! Dabei konnte ein leckeres Essen nicht schaden.
Mit hübsch hergerichteten Häppchen und fruchtigem Weisswein waren sie schliesslich bereit, die von Niki mitgebrachten Foto-Ausdrucke zu diskutieren, als da waren: von missglückten Flirts, verflossenen Partnern, aber auch von Männern, die ihr im Web gefielen, um einen Eindruck zu bekommen, worauf sie so achtete.

Inspiriert von Fernsehkrimis hatte Suse ihre helle Kuscheldecke vom Sofa geopfert und als „Crazy Wall“ auf der Oberseite des hohen Bücherregals festgenagelt, um Nikis Bildersammlung darauf zu pinnen. In einer Schale lagen buntköpfigen Stecknadeln bereit, bunte Wollreste in einem Korb daneben, um Gemeinsamkeiten zu markieren.
Sie nahmen sich Zeit dafür, erinnerten sich an manche Geschichte, plauderten über körperliche Details und lachten viel. Einen Rotwein hatten sie inzwischen auch geöffnet.

Und doch sassen die beiden Frauen ratlos auf dem Sofa, angesichts der angepinnten Bilder und der kreuzenden und querenden, bunten Fäden. Was hatten der schlaksige, blonde Oliver aus Moers und der moppelige, dunkellockige Philipp aus Regensburg mit Hugh Grant gemeinsam? Auf den ersten Blick: nichts!
Niki entschied nicht nach Bauchmuskeln, Augenfarben, für Wuschelhaar und gegen Glatze, verlangte nicht mindestens zwanzig Zentimetern mehr an Grösse, sondern trug einfach flachere Schuhe.

So starrten und redeten sie weiter. Suse schwärmte von blond behaarten Männerhänden, für Niki brauchten Hände einfach nur ordentlich auszusehen. Wieder nichts.
Gerade sprachen sie über das Für und Wider von Grübchen oder einer markanten Kerbe im Kinn, da fegte Suse plötzlich begeistert die Schale mit Stecknadeln vom Sofa, dass es laut schepperte. Mit einem roten Wollknäuel pinnte sie den Faden von Bild zu Bild: „Niki, ich habs: du stehst auf Dackelfalten!“

(300 Wörter)

16 Gedanken zu “Das gewisse Etwas – zur Schreibeinladung für die Textwochen 12.13.21

  1. Hugh Grant hat Dackelfalten? Habe ich was verpasst?!?! 😀
    Vielen Dank für die Weiberrunde, ich kann mir das gut vorstellen, inklusive „plauderten über körperliche Details“ (oha!) „Crazy Wall“ (wieder ein neues Wort gelernt). Möge die Analyse funktionieren, ich glaub da ja immer nicht so recht daran … 😉
    Vergnügte Abendgrüße! 😀

    Gefällt 2 Personen

  2. Guten Morgen,

    eine sehr originelle Idee, vor allem wie die Dackelfalten in der Geschichte Platz finden. Ich habe es mir anfangs auch nicht vorstellen können, wie die Wörter alle reinpassen.

    Viele Grüße und ein schönes Osterfest
    Monika

    Gefällt 1 Person

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