Mein erstes Mal – zur Schreibeinladung für die Textwochen 20.21.21 | Wortspende von Red Skies Over Paradise

Dies ist meine 3. Etüde zu Christianes > Schreibeinladung für die Textwochen 20.21.21 | Wortspende von Red Skies Over Paradise, Bernd stiftete die Worte:
Baracke + widerfahren + lau.
Die 3 Begriffe müssen in einem Text von maximal 300 Wörtern verwendet werden. Eventuelle Inhaltshinweise und die Überschrift zählen dabei jedoch nicht mit. Ich habe überlegt, welche Illustration dazu passen könnte, und habe mich für ein altes, mit Apophysis erstelltes Bild aus meiner Mediathek entschieden, weil es zumindest mir das Körpergefühl visualisiert, wegen dem ich heute schon sehr früh nicht mehr schlafen konnte, denn diesmal hat meine Etüde wieder einen ganz realen Hintergrund, ich hatte nämlich gestern …

Mein erstes Mal

Es ereignete sich gestern Nachmittag und dauerte höchstens eine halbe Stunde, weniger als die durchschnittlich veranschlagten 45 Minuten pro Person vom Betreten des Anmeldebereichs bis zum Verlassen das Verweilbereichs für die Sicherheitsviertelstunde danach.
Von Anfang bis Ende waren alle dort angetroffenen Menschen freundlich, niemandem ist am Ende irgendetwas Unerwartetes widerfahren: es wurde weder unzufrieden die Stimme erhoben, um sich gegenüber den Helfern, dem medizinischen Personal oder den Ärzten zu beklagen, wie vor längerem eine Zeitung als Vorkommnis zu berichten wusste, noch ist jemand anschliessend kollabiert.

Während meiner Wartezeiten hatte ich Gelegenheit, mich umzusehen. Die Uelzener Stadthalle ist zwar keine Baracke, aber auch kein architektonisches Schmuckstück. Der flache, zweckmässige Ziegelbau stammt sicherlich schon aus den 60ern oder 70er Jahren, wurde auch schon als Abrisskandidat diskutiert, aber derzeit leistet es hinter seinem grossen Parkplatz mit vorübergehend hineinmontierten weissen Wänden und Türen mit Ampelsystem und ausreichender Bestuhlung als Impfzentrum für die Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg gute Dienste.
Dort hatte ich gestern meinen 1. COVID-19-Impftermin.

Nachdem ich mich am 26. April 2021 online auf die Warteliste des Landes Niedersachsen für Nachrücker auf ausgefallene Impftermine eingetragen hatte, bekam ich erfreulich schnell per Briefpost Nachricht, dass ich mich am 20. Mai mit Astrazeneca impfen lassen könnte, und sogar zwei Tage vorher eine Erinnerung per SMS. Mein Nachimpftermin im August steht auch schon fest.

Etwa drei, vier Stunden nach der Impfung hatte ich auf einmal warme, rosige Wangen, sicherlich auch geringfügig erhöhte Temperatur, aber nur so lau, dass sich eine Messung nicht lohnte; der Spuk war nach einer Stunde vorbei.
Geschlafen habe ich eigentlich gut, nur zu kurz, denn der Impfarm tut mir weh und ich mag nicht darauf liegen und Tastaturschreiben eigentlich auch nicht wirklich. Aber was soll man tun, wenn man morgens um 5 Uhr nicht mehr schlafen kann, als eine ABC-Etüde darüber zu schreiben?

(300 Wörter)

25 Kommentare zu „Mein erstes Mal – zur Schreibeinladung für die Textwochen 20.21.21 | Wortspende von Red Skies Over Paradise

  1. Genau – das Unangenehme mit dem Nützlichen verbinden 😉
    Du hast bestimmt schon gelesen, dass ich das überall schreibe: Hab Dank für deinen Impfbericht, ich finde es viel wertvoller, darüber von Menschen, die ich (wenigstens virtuell) kenne, zu lesen, als anonymisiert in irgendwelchen Berichten. 😉 Ich habe bisher von einem einzigen Vorfall (den ich für eine Impfreaktion halte, der betroffene Mensch nicht) gehört, der allerdings nicht witzig war. 🤔
    Weiterhin dir also Gutes. 😁
    Morgenkaffeegrüße 😁🌦️☕🍩👍

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    1. Danke, Christiane!
      Mein Mann wurde 2x mit Biontech geimpft und hatte beim zweiten Mal unangenehme Nebenwirungen, weil er vorher eine Zahnbehandlung und anschliessend Antibiotika bekommen hatte. (Es heisst ja ausserdem auch, Rothaarige wären bei Medikamenten speziell, das ist nichts Neues.)
      Dennoch waren die Beschwerden besser als die unkontrollierte Erkrankung.
      Wie viele Mütter habe ich bei meinen beiden Söhnen im Baby- und Kleinkindalter bei den 3-5fachen Mehrfachimpfungen Nebenwirkungen erlebt, da ist es wenig überraschend, selbst wenn man seine eigenen vergessen hat.
      Man sollte eine Impfung grundsätzlich mit Respekt vor der grossen Aufgabe behandeln, die sie dem Körper stellt.

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  2. Es sind nicht nur 300 Wörter ,sondern auch ein schöner Beitrag der erzählt, wie du deine Impfung wahrgenommen hast . Es verläuft ja bei jedem etwas anders. Ich spreche hier nicht nur die körperlichen Symptome an , sondern auch das was man nach solch einer Spritze empfindet . Des gibt Menschen die so glücklich sind, dass sie sich gegenseitig gratulieren. Für andere war es eine Überwindung zu diesem Termin zu gehen, weil sie Ängste haben, dass man ihnen etwas anderes eingespritzt haben könne, außer den Schutzstoff.

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    1. Vielen Dank, Werner!
      Spritzen zu bekommen sind generell für die meisten keine Selbstverständlichkeit, das ist auch unabhängigt vom Anlass und Inhalt psychologisch schwieriger, als unbekannte Medikamente oral zu nehmen, obwohl es eigentlich nicht wirklich einen Unterschied macht, vor allem, wenn man Beipackzettel liest. Man sollte auf jeden Fall seinen Medienkonsum genauer hinterfragen, wenn kleine lokale Meldungen (ich nehme an, es geht um die Begebenheit mit der Kochsalzlösung) im Vergleich zu millionenfacher Korrektheit so irrational beeinflussen kann..

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      1. Als ich meinen Impfausweis vorgelegt habe , sagte mir die Ärztin, die mit mir das Aufklärungsgepräch geführt hat . Solch einen Impfausweis habe ich noch nie gesehen. Mein Ausweis hat viele angeklammerte Zusatzblätter, was mit meinem Beruf zutun hat bzw hatte. Ich war sehr viel in Afrika ,Südamerika und Asien unterwegs, vor solch einer Reise gabe es häuft Spritzen gegen alle möglichen Erkrankungen . Von daher mache ich mir keine große Gedanken mehr um eine Spritze. Ich finde es nur witzig, dass sich Leute weigern gegen Corona impfen zu lassen , geht es aber in den Urlaub nach Kenia oder Südafrika, macht man sich kein Kopf um eine Malariaprophylaxe. Içh kann aus Erfahrung sagen, dass ich mit solchen Vorsorgeimpfungen oft mehr Probleme hatte, als bei dieser Coronaimpfung.

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        1. Du hast vollkommen recht, da wirken sind die Begründungen unlogisch.
          Mein weisser Impfpass aus den frühen 60ern gefiel dem ewas jüngeren Arzt auch, denn bei mir war das Gegenteil von deinem der Fall: weil ich nie ausserhalb Europas reiste, weist er nur wenige Einträge auf, und sieht aus wie neu. Sie haben mir sogar die kleine Plastikhülle in die Impfkabine hinterher gebracht, die ich liegenliess. Sehr lieb, das Ganze.
          Malaria – da du es erwähnst – spielte beim Tod meines Grossvaters 1941 in Russland eine Rolle, in der vorvorigen ABC-Etüde „Erinnerungsvermögen“. Mit Impfung wäre das nicht passiert, aber damals gab es die noch nicht.

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          1. Ich war 35 Jahre in der Firma, in der gesamten Zeit hatten wir nur ein Fall von Malaria und das trotz Impfung. Der Kollege hat lange Zeit in der Tropenklinik in Hamburg gelegen , es ist nie aufgeklärt worden, warum er trotz Impfung erkrankt ist.
            Mir ist das auch aufgefallen, dass es im Impfzentrum ohne hektik und alles sehr freundlich abgelaufen ist.

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  3. Prima und die Nebenwirkungen sind bestimmt bald vorbei. Mein Mann hatte Kopfweh und starke Müdigkeit.
    Selber brauchte ich nur einmal geimpft werden und hatte am nächsten Tag nur mit nachmittäglicher Müdigkeit zu kämpfen.

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            1. Das ist vermutlich schon eine Weile her? Ich nmeine mich wieder zu erinnern,, dass du davon geschrieben hast. Die Hausarztpraxen stehen dabei auch wirklich vor organistaorischen Herausforderungen, z.B. wenn sie die Patienten mit Vorerkrankungen zuerst aus der Kartei picken . Dafür gibt es wahrscheinlich keine Funktion im Praxisverwaltungsprogamm.

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  4. Ich wünsche dir von Herzen, dass die Impfung dir keine größeren Beschwerden macht. Ja, und dass sie auch hilft, gegen was auch immer. Für mich ist es ja vor allem diese Frage: Warum lassen sich Menschen, die gesund sind, mit einem in der Versuchsphase befindlichen Stoff impfen gegen eine Infektion, die bei 99 % beschwerdelos oder mit der Impfung vergleichbaren Beschwerden verläuft? Weil sie müssen? Weil sie sollen? Weil sie denken, sie würden dadurch der Gemeinschaft dienen? Weil sie Angst vor einem schlimmen Krankheitsverlauf haben? Weil alle es tun? Weil es sich so gehört? Damit „wieder Normalität“ eintritt? Warum? Nun, jeder möge das für sich entscheiden, nach bestem Wissen und Gewissen. Aber Zwang sollte nicht ausgeübt werden, und Nichtgeimpfte sollten in keiner Weise benachteiligt werden. Denn sie stellen für niemanden eine Gefahr dar.
    Ich würde deine Gedanken dazu gern kennenlernen. Aber vor allem wünsche ich dir wirklich und von ganzem Herzen, dass du dich gut fühlst mit dem, was du nun getan hast und im August wieder zu tun vorhast. Liebe etwas besorgte Grüße

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    1. Ich kann den Gedankengang nachvollziehen, Gerda, aber ich denke, dass Corona die Menschen zukünftig begleiten wird wie Grippe, die auch ständigen Wandeln unterliegt, und mit der man einen Partner, der weniger gesund ist als man selbst auch nicht anstecken möchte. Auch Grippe wird bezüglich der Nachwirkungen unterschätzt – die „richtige“, meine ich, keine sogenannten grippalen Infekte.
      Mein Mann ist älter und seit einer schlimmen Grippe, wurde er schlagartig zum Diabetiker – damit rechnet niemand. Wir haben Freunde und Verwandte, die an COVID-19 erkrankten und schwere Nachwirkungen haben, darunter ein noch junger Familienvater. Nur weil allzuviele Leute so tun, als wäre es nur eine kurze Phase, gibt es inzwischen viele Long-Covid-Patienten mit massiven körperlichen und geistigen Problemen, die sie sogar aus dem Berufsleben auf unabsehbare Zeit herauskatapultieren. Man sollte diese Möglichkeiten ernster nehmen, erst recht, wenn man für das Wohl anderer Menschen mitverantwortlich ist.
      Sicherlich sollte jeder seine Entscheidungen treffen dürfen, aber bei einer solchen Lage entscheidet er idamit mmer für andere mit.
      Du dürftest wohl auch zu der Generation der TBC- und Pockengeimpften gehören – Covid-19 ist nicht harmloser.
      Vielen Dank, Gerda, für deine besorgten Grüsse, ich weiss das zu schätzen! LG

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      1. Danke, Heide. So kann ich deine Entscheidung sehr gut nachvollziehen. Und ich möchte meinen Wunsch nach unkomliziertem Verlauf noch einmal wiederholen. Möge alles gut ausgehen und auch den erhofften Nutzen bringen. Wenn du magst, lies auch das übrige, aber nur, wenn es dich nicht ermüdet. Alles Gute dir! Gerda

        Ich stimme dir zu, dass die Grippe unterschätzt wird. Es gibt dafür auch Beispiele in meiner Familie. Meine Schwiegermutter ist mit 72 Jahren an deren Folgen (das Myokardium war befallen) plötzlich gestorben, nachdem sie sich zuvor über Müdigkeit beklagt hatte, die nicht weichen wollte. Meine Mutter ist an einer verschleppten Grippe (sie hatte drei kleine Kinder allein zu versorgen), die sich zu einer Rippenfellentzündung und Lungenentzündung entwickelte, fast gestorben, als sie 35 Jahre alt war und es noch kaum Antibiotika gab.
        Ob ich gegen Tbc geimpft wurde, weiß ich nicht, wohl eher nicht. Als ich 18 war, wurde bei mir ein Lungenschatten festgestellt, was zu einer Reihe mich sehr belastender „Therapien“ führte und mein Leben ziemlich aus der Bahn warf.

        Für mich persönlich ist dennoch nicht die Impfung der richtige Weg. Körperliche Erkrankungen sind nach meiner Wahrnehmung die Folge seelischer Ungleichgewichte, sie machen aufmerksam und verlangen danach, gesehen zu werden. So habe ich es bei mir selbst wahrgenommen, auch hinsichtlich der Tbc. Und so arbeite ich mit meinen manchmal schwer kranken Klienten. Heute kommt ein Mann, der an einem Bauchspeicheldrüsen-Karzinom leidet. Natürlich kann ich ihn nicht heilen, dafür ist die körperliche Symptomatik zu weit fortgeschritten. Aber er kommt dennoch und es tut ihm gut, sein Leben aus einem anderen Blickwinkel als aus dem der akuten Krankheit zu betrachten. Er gewichtet die Ereignisse seines Lebens und dessen, was auf ihn zukommt, neu, und geht gestärkt weg.

        Die Covid-Epidemie sehe ich als eine Symptomatik, die auf eine Erkrankung unseres menschlichen Zusammenlebens verweist und dazu herausfordert, die seelischen und geistigen Ursachen anzuschauen, anstatt sie „wegzuimpfen“. Die Hilfsmittel, die eingesetzt werden (social distancing, Quarantänen, shut down, Abwürgen des lebendigen Kulturlebens, Verlagerung auf digitale Kommunikation schon im Kindesalter, indirekter Zwang zum Impfen etc) verstärken meines Erachtens die Symptome der Krankheit (Feindseligkeit, Spaltung, Konkurrenzdenken, Egoismus, Materialismus, der Mensch als Machine) und sind insofern das Gegenteil von Heilung.

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        1. Dass Krankheiten mit der Seele korrespondieren können, würde ich auch in manchen Fällen annehmen, aber psychische Ungleichgewichte generell zur Voraussetzung zu erklären, geht mir zu weit, andererseits weiss ich deine Arbeit zu schätzen, die unter den körperlichen Gegebenheiten die Seele unterstützen, denn wie wichtig das wäre, habe ich in der Familie mitbeobachtet.
          Politik und Ideologien kommen allerdings in meiner Vorstellung von den Zusammenhängen zwischen Krankheit und sozialer Verantwortung nicht als Mass der Dinge in Frage, und darüber bleiben wir auch unvereinbar verschiedener Ansicht.

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  5. Zur Aktualisierung meiner Befindlichkeit: nachdem es gestern im Laufe des Tages noch mehrere solcher Wellen mit kurzem Ansteigen der Körpertemperatur gab, habe ich vergangene Nacht gut geschlafen und heute ist wieder alles völlig normal.

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