Hast du nicht gesehen! – 1. ABC-Etüde TW 06.07.22 | Wortspende von Kain Schreiber

Es ist wieder eine neue Schreibeinladung von Christianes Blog ‚Irgendwas ist immer‘ ergangen.
Die Wortspende für die > Textwochen 06/07 des Jahres 2022 stammt von Kain Schreiber mit seinem Blog ‚Gedankenflut‘. Sie lautet: Zwerg, quer, fühlen und die 3 Begriffe sind in maximal 300 Wörtern eingebettet zu einer ABC-Etüde zu verarbeiten. Inhaltshinweise und Überschrift zählen nicht zum Text.

Hast du nicht gesehen!

Ach, wie ist das Wetter doch gerade langweilig: Wind, Regen, Wind und noch mehr Regen! Will man doch einmal an die frische Luft, macht es wenig Spass spazieren zu gehen, weil man entweder ohne Schirm direkt nass wird, oder erst einen Regenschirm gegen den Wind verteidigt und danach durchnässt dasteht. Ersteres fühlt sich schon doof an, aber zusätzlich einen verbogenen Schirm herumzutragen noch viel mehr.
Eine dritte Möglichkeit ist, einen Wald aufzusuchen. Dort bleibt man zwar auch nicht trocken, aber die Bäume fangen zumindest den Wind ein wenig ab. Im wegen des Wetters menschenleeren Wald sollte man auf einiges gefasst sein!

2011-03-10 Böseler Wald - ein Zapfenschaf.jpg Auf einem solchen Spaziergang quer durch den nächstgelegenen Kiefernwald begegnete mir dieses von meinem Erscheinen anscheinend völlig überraschte Zapfenschaf.
Gerade hatte es einen Stein erklommen und weidete auf dessen Gipfel grünes Moos.
Hätte es mit Spaziergängern gerechnet, wäre es wohl vorsichtiger gewesen, so aber gelang mir sogar ein Foto, bevor es – Hast du nicht gesehen! – verschwand.
Zapfenschafe, so ist anzunehmen, gehören waldbewohnenden Zwergen.
Der menschliche Waldbesucher nimmt zwar oft grosse Mengen grauer Kiefernzapfen am Boden wahr, aber seinen flüchtigen Blicken entgeht dabei normalerweise, dass es sich in Wirklichkeit um Zapfenschafherden handelt!

Die Tiere halten dann nur ganz still, bis man wieder wegschaut und weitergeht. Sie sind viele, aber alle verstehen sich darauf, geduldig zu warten. Wenn ein ungeduldiges Zapfenschaf versehentlich leise mit den Schuppen knackt, lässt sich trotzdem nie feststellen, wo genau. Und wenn man dann nachhause geht, und davon berichtet, denkt jeder nur, dass es sicherlich am Wetter gelegen hat, wenn hier eine absurde Geschichte über Schafe von Waldzwergen verzapft worden ist.

(266 Wörter)

13 Gedanken zu “Hast du nicht gesehen! – 1. ABC-Etüde TW 06.07.22 | Wortspende von Kain Schreiber

  1. Das Zapfenschaf ist wirklich niedlich! Ich werde beim nächsten Mal ganz still stehen, wenn ich welchen begegne, und abwarten, ob sich eins bewegt – oder ob ich seinen Hirten zu sehen bekomme … 😉
    Verregnete Sonntagnachmittagskaffeegrüße! 😁🌧️🛋️☕🍪👍

    Gefällt 3 Personen

  2. Liebe Puzzleblume,
    erst jetzt habe ich gemerkt, welch lehrreiche Naturkunde sich in dieser Etüde verbirgt. Neulich, etwas in Eile, hatte ich das Lesen nach dem ersten Abschnitt abgebrochen. Ein Glück bin ich nochmal zurückgekommen. Sonst hätte ich dieses herzige Geschöpf nie kennengelernt. Das kenne ich auch mit den Zapfenschafherden am Boden, und auch das Knistern. Was ich mich jetzt noch frage, ist, ob Zapfenschafe auch klettern können, denn manchmal knistert es auch oben im Baum.
    Weißt du was darüber? Und ggf. was die da oben dann suchen, wo sie doch eigentlich Moos fressen?

    Gefällt 1 Person

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