Morgenkühl

 

Morgenkühle, weisse Kratzbeer-Blüte Rubus caesius und Kleiner Kohlweissling Pieris rapae , morgens gegen 8:00 Uhr am 21. September 2011, bei Lüchow im Wendland, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die Bilder anklicken.

11 Gedanken zu “Morgenkühl

  1. Da fröstelt einem schon. Und es ist morgens und abends auch wirklich schon kühl. Der Kohlweissling sieht aus, als ob der das Wappentier für das Design der fünfziger-Jahre wäre. Diese unregelmässige Linierung und das irgendwie spezielle Gelb. Unregelmässige Punkte auch.

    Gefällt mir

    • Die hatten zeitweilig ganz unkonservative Gestaltungsideen ; manchmal frage ich mich, wie es später wieder so furchtbar werden konnte: „Gelsenkirchner Barock“ und so. Ich hab noch eine Tischdecke von damals in genau diesem Gelb. Leinen mit Hohlsaum und sonst nix. Passend zum Kohlweißling, durchaus.

      Gefällt mir

  2. Bei uns gibts auch noch einen solchen Tischläufer. Der ist praktisch wieder neuestes Design. Ich bin der Auffassung, dass speziell Möbeldesign immer viel mit den finanziellen Möglichkeiten zu tun hatte. Heute wie in den 50-ern ist gutes Design teuer. Und eigentlich verstehe ich das nicht so ganz. Wenn man durch ein normales Möbelhaus geht und die schrecklichen Elefanten-Sofas mit den Elefantenkalb-Sessel betrachtet und die schlimmen Schrankwände dazu. Das kostet ja auch was in der Herstellung. Was dann nicht so furchtbar aussieht, ist eher unerschwinglich. Warum kann man nicht auch günstigere Möbel schöner machen?

    Gefällt mir

    • Meine Eltern waren in den 50jahren Twens und haben diese ganzen zierlichen Sesselchen und dreieckigen Tische, schlichten Regalschränke und heute wieder „modern“ wirkenden Muster in ihrer ersten eigenen Wohnung gehabt, auf Raten, jeden Monat 5 Mark oder so ähnlich. Sie haben das so erklärt, daß viele Wohungen damals sehr beengt waren und kriegsbedingt zahlreiche Neuanfänger, die endlich aus den geteilten Wohnungen herauskamen, in denen sie als Flüchtlinge bzw. Ausgebombte zugeteilt / einquartiert waren. Eine extreme Situation, wie sie teilweise heute durch hohe Mieten in den Ballungsräumen wieder entstanden ist, mit den vielen beengten Appartments, Kleinwohnungen und Zweck-Wohngemeinschaften. Der spätere Möbelstil war konsequent klotzig, um zu zeigen, daß man wieder Platz und Geld hatte, und die sich davon angezogen fühl(t)en, mochten auch keine Kleinwagen mehr fahren. Schlechter Geschmack und Geltungsbedürfnis haben in allen Lebensbereichen eine gewisse Art von „Elefantiasis“, Potenzprotzentum in vielerlei Hinsicht.

      Gefällt mir

  3. Das war bei meinen ähnlich. Mein Vater ist ja der gleiche Jahrgang wie Deiner. Ich finde es eben immer so schade, dass man für gutes Design, egal in welchem Bereich, gleich so viel bezahlen muss. Das produziert dann solche Häufungen von Hässlichem. Bei den Elefanten glaube ich nämlich nicht, dass die Leute die unbedingt wollen. Es gibt nur nichts anderes. In anderen Ländern, z. B. Frankreich, scheint mir das nicht ganz so extrem zu sein.

    Gefällt mir

    • Ich kenne zuwenig echte Privatwohnungen dort oder in Spanien, die sich vergleichen ließen; es kommt vielleicht auch auf die Altersgruppe und Region innerhalb des jeweiligen Landes an, aber was in französischen und spanischen Möbelhäusern der bürgerlichen Art stand, war zwar etwas anders, aber nur geringfügig. In Wiener Möbelhäusern (Nichtdesign, „normal“) kannte ich mich zeitweilig recht gut aus und da gab es Grauenvolles, geradzu zombiehafte Raumsparmöbel à la Wiener Gemeindebau (kennst du zufällig den ‘Mundl’?) … das waren ganz andere Ebenen, und die machten die Sehnsucht nach Elefanten verständlich.

      Gefällt mir

    • Wir fürchten, dass doch allzu viele Menschen auf diese Elefanten stehen, bzw. sie ganz gut aushalten können. Denn mit etwas Phantasie und Zeit kann man sich ja auch für weniger Geld individuell und – wer will – mit schönem Design einrichten. Vielleicht ist es eben aber gerade eher das, was dann häufig feht: die Zeit, länger nach (alten) Schätzchen zu suchen, oder die Phantasie, selbst etwas zu gestalten oder zusammenzufügen. Wir haben schon ganz wunderbar eingerichtete Wohnungen gesehen, die mit recht einfachen Mitteln, „gut designed“ waren. Weniger ist auch da sicher manchmal mehr. Bei uns hängen alte Deckenlampen, die identisch aussehen. Eine haben wir in einem Elektro-Trödel-Laden erstanden, eine andere, Jahre später, einem Küster für eine Minispende abgekauft, der die alte Kirchenlampe auf den Müll werfen wollte. Zusammen haben die Lampen etwa 20 € gekostet. Heute gibt es die so ähnlich, ganz neu, wieder in den teuersten Einrichtungsläden als Designerstücke zu kaufen.

      Gefällt mir

      • Ja, vollkommen richtig. Es bedarf aber eben wirklich etwas Zeit und Geschick. Und manchmal braucht man vielleicht auch eine Anregung. Die kann man eben kaum aus deutschen Wohnzeitschriften schöpfen, deshalb hatte ich meine Assoziation an Frankreich, wo in derartigen Publikationen weniger auf das Perfekte und Teure als vielmehr auf das Individuelle Wert gelegt wird. Man muss dazu aber eben auch sehen, dass derartig individuell aus alten Stücken zusammengesetzte Einrichtungen in kleinen Wohnungen oft extrem unpraktisch sind und auch teilweise optisch schwierig, insbesondere da, wo es sich um Räume ab den 50-er Jahren handelt, allein der Fensterzuschnitt, die Türen, das macht ja alles auch viel aus. Und genau für diese Fälle wäre es schon schon, ein wenig gutes Design auch für weniger Geld zu bekommen. Sofas sind ein Trauerspiel.

        Gefällt mir

        • Sofas – was für ein Thema! Ich bin klein, und bei der Sitztiefe für langhaxerte Menschen baumele ich mit den Beinen wie ein Kind. Ich bestehe auf verschiedene Sitzmöbel. Wenn sie farblich und im Material harmonisch sind, ist das wichtiger als eine gleichförmige Sitzgelegenheit für mehrere Personen.

          Gefällt mir

        • „Sofas sind ein Trauerspiel.“ DANKE!
          Wir habend deshalb schon seit Jahren keines. Noch schlimmer können aber niedrige Couchtische sein. Zumal vor Sofas, in denen man automatisch nach hinten fällt. Wie soll da ein anständiges Gespräch zustandekommen und funktionieren und Spaß machen?
          Ach je, dabei wollten wir eigentlich ja auch noch mal sagen, wie schön der Kohlweißling aussieht … auf dem Foto. 😉

          Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..