Warum nicht Disteln?


Nicht überall, aber hier und da eine im Garten – warum nicht auch mal Disteln?
Auf ihre Blüten muss ich zwar noch ein paar Wochen warten, aber ich finde die stacheligen Rosetten bereits jetzt schön und spannend zu beobachten ausserdem. Dass sich über ihre Blüten später auch Insekten und noch später Vögel über die Samen ebenfalls freuen, weiss ja nun inzwischen jeder. So schwer sind sie an unpassenden Stellen nun auch wieder nicht durch Ausstechen zu entfernen, als dass man sie komplett meiden müsste.
Diese beiden hier sind zwei verschiedene Kratzdisteln Cirsium, wobei ich nur die obere genau benennen kann, nämlich als Gewöhnliche Kratzdistel bzw. Lanzett-Kratzdistel Cirsium vulgare, die direkt in der unmittelbaren Umgebung gar nicht so häufig vorkommt, im Gegensatz zur Acker-Kratzdistel, die aber auch immer weniger zu sehen ist. Es wird einfach zu viel Feldrain und Wegrand gemäht. Bestimmungen für den Schutz der Saumbiotpe interessieren keinen, weg ist weg.
Mit der unteren Kratzdistel verhält es sich so: genau diese habe ich tatsächlich im grösseren Umkreis nur an einer Stelle am Wegrand entdeckt und wegen ihrer ungewöhnlicheh Höhe und Beliebtheit bei Insekten bewundert. Nachdem wiederholt mit katastrophal falsch eingestelltem, bis in den Erdboden alles vernichtendem Mähwerk der Wegrand abgeratzt wurde, habe ich mir ein Wurzelstück mitgenommen und hoffe, dass mir gelingt sie hier anzusiedeln. Name: bisher unbekannt.
Fotos vom 10. und 13. Mai 2018 von der Wiesen-Insel im Garten, Lüchow Wendland, Niedersachsen.

10 Gedanken zu “Warum nicht Disteln?

  1. Über Distelmangel brauche ich mich nicht beklagen hier, auch am Feldrand spießen sie erstaunlich hoch, wohl weil vom Feld mit Dünger versorgt. Lasse auch im Garten immer welche stehen, sind doch schöne Pflanzen, da braucht man auch keine Angst haben, die Schnecken könnten sie abfressen. – Die verbreitete Aversion gegen Disteln mag auch die Stacheligkeit zurück gehen. Andererseits sind Rosen ja auch stachlig. Vielleicht doch ein Nachhall der Zeit, als Disteln auf den Feldern ein großes Problem darstellten und vornehmlich von Kindern rausgerissen oder gestochen werden mussten.

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    • Ich sehe schon, du kennts sie auch, diese „Sessions“, an die ich mich mit Grauen erinnere, weil mit Eimer und Zeltnagel zu vollbringen, als meine Eltern diesen Grund hier mit dem vorigen, neugebauten kleinen Haus darauf gekauft hatten. Eine furchtbare Plackerei war das, aber wahrscheinlich lag das auch an diesem völlig unzulänglichen Gerätund an der Art und Weise, wie diese Dienste eingefordert wurden. Heute macht es mir nicht aus, mit einem gut geformten Unkrautstecher, der freundlich ist zur ausserdem behandschuhten Innenhand, alles, was mir zuviel wird, aus dem Boden zu holen.

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  2. Disteln, unbedingt 🙂 Es sind doch sehr schöne Blumen. Neid neid, ich hätte gerne welche, stelle mir die Ansiedlung im Topf schwierig vor, auch was den Platz und den Wuchs angeht. Aber im Garten – das wird bestimmt schön und dem Pflegekind drücke ich alle Daumen!!!

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    • Im Web habe ich Distelbilder verglichen und bin dabei auf Distel in Töpfen gestossen. Es geht wohl eine Zeit lang, aber auf dem Balkon ist eine Distel bestimmt ein schwieriger Mitbewohner. Ich werde es ihr /ihm erzählen, vielleicht gedeiht sie dann besonders gut.

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