Prag: Franziskanergarten / Františkánská zahrada

Beim Bearbeiten und Bezeichnen der Fotos zum vorigen Beitrag der bemerkte ich, dass man auf dieser Strecke ständig zwischen der Neustadt Nové Město und der Altstadt Staré Město hin- und herwechselt, und richtig: die Národní, auch Národní třída, (deutsch Nationalallee) im Zentrum von Prag verläuft auf der Grenze zwischen Altstadt und Neustadt, und war im 18. Jh. entstanden, nachdem der überflüssig gewordene Wehrgraben zwischen Altstadt und Neustadt zugeschüttet wurde. Einen erhaltenen Rest der alten Stadtmauer mit Wehrgang kann man noch im Franziskanergarten Františkánská zahrada finden, den ich ebenfalls schon im Artikel zuvor erwähnte. Heute bekommt er einen eigenen Blog-Eintrag.

 

Es ist einer der ehemaligen Klostergärten, die einem heutzutage in Prag mitten im Stadtgebiet eine grüne Überraschung und Erholung schenken. Man findet ihn, etwas versteckt, in der Nähe des Jungmannovo náměstí, eine nur durch eine Häuserzeile vom Wenzelsplatz Václavské náměstí getrennte Ruhezone unterhalb der Kirche ‚Maria Schnee‘ Chrám Panny Marie Sněžné.
Diese erhöhnt gelegene Kirche mit Ursprung im 14. Jh. gehörte ehemals zu einem Karmeliterkloster.
Beide wurden zu Beginn des 17. Jhs. von den Franziskanern übernommen und weiter ausgebaut, zum Beispiel erhielt der Garten in der Mitte eine kleine Kapelle.
An deren Stelle steht der Pavillon, nachdem der Garten und das Kloster im 18. Jh., einer Zeit der Räuberbanden und vagierenden Unterschicht in ganz Europa, geplündert und verwüstet und wieder hergestellt worden waren.
Während des zweiten Weltkriegs legten die deutschen Besatzer im Klostergarten Brandschutzbecken an.
1950 wurde der Garten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die Becken aber erst zu Beginn der 80er Jahre aufgefüllt.
Eine umfassende Neuanlage erfolgte zwischen 1989 und 1992, mit Obstbäumen zwischen dichten Eibenhecken, Rosengarten, Weinmauer, Kräutergarten, Kunst und Kinderspielplatz.
Der gegenwärtige Grundrissplan des Gartens soll der frühbarocken Gliederung entsprechen.

Dieser von Resten alter Stadtmauern und Häusern umgebene kleine Park wurde, als ich gerade dort war, von einigen Touristen besucht, aber noch mehr von Einheimischen; ich sah Senioren zum Spazierengehen, Jüngere bei der Mittagspause und Eltern mit kleinen Kindern auf dem durch eine Mauer abgetrennten Spielplatz – sehr schön war es dort.

Fotos vom Mittag des 15. Juli 2017 in Prag – zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.


Nur eine kleine Warnung möchte ich anmerken: Wenn ihr die Toiletten dort besucht, legt der kreuzworträtselnden Toilettenfrau das Kleingeld passend hin, denn dieser übellaunige Zerberus scheint Touristen nicht gerade zu mögen, und wirft das Wechselgeld so explosiv hin, dass man es entweder vom Boden wieder aufklauben darf, oder es wegen Abscheu davor als unfreiwilliges Trinkgeld liegen lassen muss – entweder ist das clever oder nur blöd, aber in jedem Fall nicht charmant.

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