Kandelaber-Ehrenpreis

In diesem Sommer hat der Kandelaber-Ehrenpreis Veronicastrum virginicum, zumindest in der sortennamenlosen Wildform, seine Blütezeit schon besonders früh begonnen, und schon seit zwei Wochen Hummeln, Bienen und Faltern viele kleine blassrosa Blüten an hohen Stängeln angeboten. Das erste Foto zeigt, unter den Regenwolken von gestern, die hochgewachsene Staude im Grössenverhältnis zum Gartenhäuschen und dem etwa vier Meter hohen Bauernjasmin dahinter:

Die Staude hat ihren Ursprung in Nordamerika, wo sie vom südlichen Teil des Bundesstaates Main bis zum nordwestlichen Florida, dem nördlichen Lousiana, durch Minnesota und bis etwas nördlich der U.S..Grenze mit Kanada ihr natürliches Vorkommen hat, je nach Standort mit einer Blütezeit zwischen Mitte Juni und Ende August. Als Leptandra virginica findet man sie vielfach als Naturheilmittel erwähnt.

Aber bei diesen blassen, schmalen Blütenkerzen war es schon zur Zeit der späten Pfeifenstrauch- bzw. Bauernjasmin-Blütezeit soweit. Obwohl die Hummeln oft eine erstaunlich lange Zeit brauchen, um neue Nektarquellen zu erkennen, waren sie recht schnell dabei. Die erste Nahaufnahme ist vom 15. Juni 2018, das Bild mit der daran hängenden Ackerhummel Bombus pascuorum ist schon am Folgetag entstanden, am 16. Juni 2018:

Ausser der Wildstaude gibt es auch gezüchtete Sorten im Farbspektrum zwischen Weiss und Purpur; meine purpurfarbene Sorte wird, wie es bisher um die Knospen aussieht, erst im Juli blühen. Vielleicht sollte ich mir noch ein Plätzchen ausgucken für eine weitere Sorte, denn ich mag den Wildpflanzencharakter und dass sie, selbst nach einem Rückschnitt nach Ende der Blütezeit, noch als grüne „Pseudo-Sträucher“ bis zum Frost gut aussehen. Deren feste Stängel lasse ich über den Winter stehen, denn die Vögel mögen es so buschig und Insekten können darin gut überwintern.


Nach dem Abschneiden im späten Frühjahr werfe ich sie auch nicht weg, sondern bündele sie irgendwo im Trockenen, damit auch die letzten verschlafenen Bewohner noch herausfinden können. Einige solcher Stängel von abgeschnittenem Kandelaber-Ehrenpreis fand ich zu meiner Überraschung alsbald mit zugemörtelte Enden, schon wieder neu bezogen. Die bleiben nun so stehen, wie sie auf diesem Foto von heute, dem 23. Juni 2018 zu sehen sind, als kleines „Insektenhotel“, und für’s nächste Mal rechne ich von vornherein damit. – Fotos vom 15. bis 23. Juni 2018, im Garten, Lüchow im Wendland, Niedersachsen.

3 Gedanken zu “Kandelaber-Ehrenpreis

  1. Nicht nur schön, sondern auch nachhaltige Nutzung 🙂 2 in 1 sozusagen. Das ist doch toll. Ach, die sieht wirklich prächtig aus bei dir, so buschig. Meine ist so klein. Ich bilde mir zwar ein, daß es auch ein Kandelaber-Ehrenpreis ist, aber mehr gibt der Topf nicht her. Sie steht auch schon in fast voller Blüte, die Hummeln haben sich bislang noch nicht interessiert. Da steht immer der Blutweiderich vor!

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