Hornissen an der Eiche

2018-06-28 Lüchow, Garten, Eiche + Hornisse (Vespa crabro)
Seit langem schon beobachtete ich einzelne Hornissen Vespa crabro (oder immer dieselbe?) an verschiedenen Stellen im Garten, seit Ende Juni konzentriert sich die Häufigkeit bei der Eiche als Beobachtungsort, und meist an dieser Stelle. Kann sein, dass es im Hohlraum des abgestorbenen Baumes ein Nest gibt. Seit etwa drei Tagen ist es keine einzelne Hornisse mehr, sondern es sind jeden Tag ein oder zwei mehr geworden, die dort herumfliegen, am Stamm umherkrabbeln oder in Spalten verschwinden. Ein gutes Zeichen, wie ich finde, denn wenn sie ausreichend Insekten-Nahrung finden, ist sie vorhanden.
Die Hornisse zählt laut Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) zu den besonders geschützten Arten, und ich begrüsse sie als Bewohner der Eiche. Natürlich habe ich nachgelesen, wieviel Störung sie in er Nähe ihres Nestes dulden, denn das Haus für die Gartengeräte steht gleich neben dem Baum, wo sie sehr wahrscheinlich in etwa drei Metern Höhe nisten.
Wikipedia dazu im Artikel über Hornissen: „Der Verteidigungsradius schwankt je nach Volk in der Regel zwischen zwei und sechs Metern. Werden die Tiere häufig gestört, erweitert sich dieser Radius. Innerhalb dieses Bereiches sollte man hektische Bewegungen und Erschütterungen wie Rasenmähen vermeiden.“ Da ich davon ausgehe, dass wir uns bereits kennen, weil ich jeden Tag mehrfach dort bin, und weil ich weiss, dass bei den Echten Wespen Vespinae, der Unterfamilie der Faltenwespen, persönliche Vertrautheit mit einzelnen menschlichen Individuen vorkommt, werden wir uns sicher darin einig werden, dass ich dort herum tätig sein darf, ohne dass sie sich bedrängt fühlen. – Foto vom 28. Juni 2018 im Garten, Lüchow im Wendland, Niedersachsen.

14 Gedanken zu “Hornissen an der Eiche

    • Verständlich. Als ich Kind war, wurde einem gehörig Angst vor ihnen gemacht, dabei waren sie so selten, dass ich jahrelang keine sah, nur wusste, dass es sie geben sollte und dass sie „furchtbar gefährlich“ wären.
      Seit ich einen Garten habe, kenne ich sie einzeln als zurückhaltende Gäste, die eher scheu verschwunden sind, wenn ich mit der Kamera näher kam. Als Nistumgebung ist mir die Situation auch neu, und ihr Gebrumm in der Gruppe macht mir instinktive Gänsehaut, aber im Kopf weiss ich, dass man Ruhe und Respekt zeigen sollte, und dann auch nicht als Gefahr angesehen wird.
      Dir auch einen schönen Wochenbeginn, Klaus.

      Gefällt mir

  1. Das glaube ich auch, daß die dich adoptieren werden 🙂 Wenn sich jemand so um Garten, Pflanzen und Bewohner kümmert wie du und so einladende Plätze zur Verfügung stellst, werden sie es dir sicherlich danken. Und vermutlich wirst du im Herbst keine Wespen haben. Fressen die die nicht auch? Ich hab auf der einen Seite Respekt vor ihnen, aber ich glaube auch, wenn man ruhig bleibt, daß sie auch friedlich sind. Sie sollen sehr gut gucken können. Ich hatte auf dem Balkon mal eine Begegnung mit einer und ich hatte das Gefühl, die scannt mich richtig. Dann war die Sache für sie erledigt und sie flog weiter 🙂 Ich bin gespannt, was sich bei dir tut. Ihre Nester sind doch so kunstvoll 🙂

    Gefällt 1 Person

    • So ähnlich, hoffe ich. Wobei es hier schon seit Jahren keine Wespen gibt, die sich lästig verhalten, obwohl die Arten vorort sind und sich auch im Garten aufhalten, aber auch sie sind auschliesslich auf Insektenjagd, auch wenn man mit einem Stück Kuchen draussen sitzt.
      Das Nest wird keiner zu sehen bekommen, wenn es dort im Inneren des Baums verborgen gebaut wird.

      Gefällt 1 Person

    • Für mich ist es dasselbe, und vermutlich ist es gut so, damit man sich ihrer Toleranzgrenzen bewusst bleibt, wenn es um ihr Nest geht, denn das scheint der einzige Punkt zu sein, wo sie nicht nur „durch die Gegend trotteln“, sondern wachsam und verteidigungsbereit sind, bevor man ihnen direkt körperlich schon etwas antut.
      Weil ich dem Baum immer noch ein bisschen nachtrauere, ist jedes Ersatz-Leben darin hoch willkommen.

      Gefällt 1 Person

  2. Fotogenes Insekt. Bei uns habe ich noch nie welche geyeben. Dafür haben wir jegzt doch mehr Bienen und Hummeln als gedacht. Auch mehrere Arten in friedlichem Miteinander (im Gegensatz zu unserer Pfründeverteidigenden Art).

    Gefällt 1 Person

    • Sie sind auffallend „bunt“ und wunderschön gezeichnet, finde ich.
      Die grössere Anzahl der Insekten macht mir auch gerade Freude, aber man soll sich nicht täuschen lassen, es sind nur vergleichsweise mehr; einige ganz normale Arten fehlen hier völlig, wie z.B. Marienkäfer, ganz gleich welcher Art, aber momentan sogar alle Käfer, ganz generell, dabei wäre jetzt auch die Zeit für den abendlichen Flug der Junikäfer.
      Wo es keinen Besitz oder Revier gibt, lässt es sich gut vertragen, aber das Bewusstsein dafür ist selbst Schmetterlingen nicht fremd. Menschen denken nur in vernichtenderen Dimensionen.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.