Ausgeufert

Gerade vorgestern hatte ich noch Reisefotos aus Grimma gezeigt, aufgenommen am 16. Juli 2017, und im Text dazu auf die Hochwasserprobleme der kleinen Stadt im sächsischen Muldetal hingewiesen. In diesem Sommer sorgten heftige Regenfälle gleich zweimal dafür, dass die Jeetzel über ihre Ufer trat, wo sie nicht durch Deiche daran gehindert wurde, einmal Anfang Juni und ein weiteres Mal Ende Juli. In Lüchow wurde in aller Eile im nördlichen Stadtgebiet eine Erhöhung der Deichanlage vorgenommen, südlich von Lüchow, wo die Deiche vor dem Dorf Jeetzel enden, nahm das Wasser die Uferzonen rechts und links des Kanalbetts in Besitz, und auch nach Abzug des sichtbaren Wassers blieben die landwirtschaftlichen Flächen bis in den September hinein wasserdurchtränkt und für die Erntearbeiten problematisch.
Hier sind Fotos von diesem letzten, niederschlagsbedingten Ausufern der Jeetzel Ende Juli, südlich von Lüchow. Bongo und ich stellten fest, dass der Weg weniger weit war, die Jeetzel war uns ein beträchtliches Stück des Weges entgegengekommen:

An ein weiteres Durchkommen war also an dieser Stelle nicht zu denken, das Ufer des Kanals war zu diesem Zeitpunkt eher eine gedachte Linie, das Wasser hatte sich über die Wiesen verlaufen,
auch wenn man es im hohen Gras auf den ersten Blick nicht sofort sehen konnte, und nur der Weg überflutet schien.
Trotzdem fanden einige Schmetterlinge wie Braune Waldvögel, Landkärtchen und Bläulinge Blüten für sich, und auch die Grashüpfer kamen offensichtlich zurecht. Die von mir dort immer gern besuchten Kreuzspinnen bzw. ihre Netze waren allerdings nicht zu sehen. Immerhin: eine Gefahr weniger für die Skorpionsfliege. Die Prachtlibelle war eine von mehreren, die anscheinend auch nichts gegen die Ausweitung ihres Jagdgebietes einzuwenden hatte.
Weil an dieser Stelle kein Weiterkommen war, gingen wir weiter zur Jeetzeler Brücke. Dort war der Wasserstand eindrucksvoll an der Brücke selbst zu beobachten, wo augenscheinlich nicht mehr allzuviel gefehlt hätte, um die Pfeiler im Wasser verschwinden zu lassen, und nach dem Überschreiten der Brücke breitete sich statt des gewohnten Anblicks grüner Wiesen eine grünscheckige Wasserfläche aus. Bongo fand das offenbar so merkwürdig, dass er entgegen seiner Gewohnheit diesmal gar nicht ins Wasser gehen mochte.
Gefreut haben mich auf diesem Spaziergang einige Tier-Beobachtungen. Zum Beispiel kann ich mich gar nicht erinnern, wie lange zuvor ich schon keinen Grossen Fuchs Nymphalis polychloros mehr gesehen hatte. An einer wilden, aber sonnigen Stelle in der Nähe der Jeetzelbrücke fand ich gleich mehrere davon gemeinsam mit Tagpfauenaugen und Distelfaltern um Ackerdisteln herumflattern.
Fotos vom 29. Juli 2017, an der Jeetzel südlich von Lüchow im Wendland, Niedersachsen. Zum Vergrössern und Lesen der Untertitel zu den Fotos bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

12 Gedanken zu “Ausgeufert

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